Motivierung fragt nach dem WIE

Motivation – Motivierung – Willenskraft – Teil 2 von 3

Motivation fragt nach dem WARUM – Motivierung nach dem WIE

Bei Motivation geht es um das Motiv. Darüber habe ich in Teil 1 berichtet – Du kannst diesen Beitrag hier noch lesen.
Dein Motiv ist auch die Antwort auf die Frage nach dem Warum. Was treibt dich an? Was lässt dich morgens aufstehen – außer dem ersten Urin, der dich aus dem Bett drückt – und ich hoffe da ist was. Ich berichte mal etwas ganz Persönliches darüber.

Wie ein Hund zum Lebensmotiv wird und Struktur in den Alltag bringt

Jahrelang hat mich Mischlingshund Wilson durch mein Leben begleitet. Ein sehr kuscheliger Husky-Labrador-Mix, der einfach da war, wenn man ihn brauchte. Und scheinbar brauchte ich ihn. 2009 – nach der vierten Saison der Kletterwald-Aktivität – nun ja ich will nicht sagen, klopfte er an die Tür. Nein, wir holten ihn sehr spontan nach Hause, nachdem wir seine Schwester in einem Kinderwagen im Kletterwald während der Herbstferienzeit kennenlernen durften.
Durch meine Saisonarbeit in meinem Kletterwald, der 2020 in die 15te Saison gestartet ist, hatte ich im Winter mehr oder weniger frei. Im Sommer habe ich jeden Tag zahlreiche Menschen um mich – Gäste, Besucher, Mitarbeiter und natürlich virtuell per Email auch noch das eine und andere zu tun… Langeweile ist da eher ein Fremdwort (das gilt aber prinzipiell).

Im Sommer Action und im Winter fehlt das Motiv!

Und als Parkmanager muss ich fast täglich vor Ort sein. Mit anderen Worten – da es mein täglich Brot sichert und wir unter anderem auch wegen dem Geld morgens schon mal aus dem Bett steigen – ich muss raus aus den Federn und rein in den Wald.
Nach den Herbstferien ist dann mehr oder weniger Winterpause – zumindest was den eigentlichen Tagesbetrieb anbelangt. Die Servicearbeiten werden dann im Winter und Frühjahr durchgeführt – am liebsten bei schönem Wetter.
Und bei schlechtem Wetter, von dem es im Herbst, Winter und Frühjahr einiges gibt? Da fehlt das Motiv aus den Federn zu kriechen – zumindest fehlte es mir häufig.
Wilson, der nach seiner Kastration etwas inkontinent wurde und morgens lieber länger blieb, wenn sonst keiner aufstand, hat teilweise gar nicht mitbekommen, wenn er morgens mal musste. Da ich nicht täglich das Bett reinigen wollte, musste ich also zusehen, dass ich morgens zeitig aufstand.

Es gibt zwei Arten von Hundebesitzern

Ja Wilson schlief immer mit Bett, denn es gibt so ziemlich genau zwei Typen von Hundebesitzern:
die einen, die offen darüber reden, dass der Hund mit im Bett schläft und
die anderen…
Ja und wenn ich dann schon mal aufstehe, dann ergibt sich auch bei ungeplanten Tagen häufig ein Ablauf im Laufe des Tages. So hat mich Wilson ganz klar durch einige dunkle Tage im Herbst und Winter gebracht.

Tik Tak – die innere Uhr des Hundes hält auf Trab

Jetzt ist Fred dafür zuständig – der scheinbar eine Uhr eingebaut hat, nach der ich mich richten kann. Was in Mischlingshund Fred so alles drinnen ist, lässt sich schwer sagen. Ich habe niemals reingeschaut. Doch seine innere Uhr geht sehr genau!

  • 06:10 Uhr – Morgens aufstehen
  • 09:00 Uhr – Raus in die Natur gehen
  • 16:45 Uhr – vorzeitiges Abendfutter
  • 21:30 Uhr – letzte Mahlzeit nach kurzer Pippirunde

und schon hat der Tag eine Struktur…
Struktur bietet Sicherheit. Nicht nur Hunden, die klare Regeln brauchen. Nein, Sicherheit ist auch ein Grundbedürfnis für uns Menschen.

Menschen sind Beziehungswesen – Hunde übrigens auch

Und was hat das mit Motivation zu tun?
Menschen sind Beziehungswesen, soziale Wesen; das heißt wir brauchen andere. Im letzten Teil habe ich darüber berichtet, dass wir früher mit den anderen Teilnehmern unserer Gruppe auf die Jagd gegangen sind, um zu überleben. Wir mussten zur Gruppe dazu gehören, um unser Überleben zu sichern. Heute ist das nicht mehr ganz so. Man kann sich auch allein durchs Leben kämpfen. Doch gemeinsam geht meist mehr.
Noch ein Hinweis auf die notwendige Gemeinschaft. Wir kommen als Mensch auf die Welt und können im Prinzip erst mal nichts! Laufen lernen wir erst mit einem Jahr – doch was wäre bis dahin? Elefanten, Giraffen und Gnus… alles was nicht nur im Dschungel lebt und noch heute die Möglichkeit hat vom Tiger gefressen zu werden, kommt auf die Welt und kann schon nach einer Stunde laufen. Erst kürzlich habe ich eine Dokumentation gesehen, wo das Gnu bereits am zweiten Tag seines Lebens vor dem Beutegreifer davonläuft, um sein Leben zu sichern.

Und bei Elefantenbabys sichert die komplette Herde das Überleben der kleinen. Da springen nicht nur die Mütter ein, sondern der komplette Verband der Elefantenherde, in der diese durch das Land ziehen.

Laufhund Fred tritt 2013 in mein Leben. Wollten wir uns anfangs der Rettungshundearbeit widmen, haben wir schnell gemerkt, dass der Fisch immer vom Kopf her stinkt. Leider wird Führung immer noch falsch verstanden. Du musst nicht der beste, größte und schönste sein, der vorne aufgeht. Es kommt auf deine „INNERE HALTUNG“ an. Leider waren meine Hunde besser im Suchen und Finden, als die vom Chef. Deswegen schieden wir vorzeitig aus. Rückblickend würde ich sagen – das hatte seinen Grund. Es sollte so sein und ich kann das dankbar annehmen.
Wir haben einen anderen Weg eingeschlagen, der für uns der bessere war. Oftmals erkennt man dies erst rückblickend – und JA(!) mit „man“ meine ich mich!

Das Leben besteht aus verschiedenen Phasen

Wie komme ich von Motivation und Motivierung auf diese Themen?
Für die Motivation braucht es ein Motiv, dass sich sicher auch im Laufe des Lebens verändern kann, weil wir uns natürlich mit 17 oder 18 Jahren ganze andere Fragen stellen wie mit Anfang/Mitte 40, wo wir – zumindest rein statistisch betrachtet circa, ungefähr, roundabout in der Mitte des Lebens angekommen sind.
Frauen werden 81 Jahre, Männer circa 79 Jahre im Durchschnitt – so irgendeine Quelle im Internetz.

Im letzten Beitrag ging es um Motivation – sprich um das WARUM

Im letzten Beitrag habe ich über das Laufen und das Zusammenfinden mit einem jüngeren Lebenspartner gewitzelt, denn statisch betrachtet ist das so. An diesem Punkt des Lebens kommen oftmals große Veränderungen oder wir werden durch tief emotionale Ereignisse stärker beeinflusst. Oder wie es umgangssprachlich heißt – „die Einschläge kommen näher!“
Die einen widmen sich dann einem jüngeren Lebenspartner. Die anderen beginnen auf einmal mit Sport meist in extremer Fülle. Interessanterweise ist das auch die Altersgruppe, die beim Marathon durch den plötzlichen Herztod dahingerafft wird – übrigens mehr Männer als Frauen. Woran das wohl liegt?
Upps… neues Thema für das nächste Mal gefunden.

hier ist der Link zum letzten Beitrag, solltest Du ihn noch nicht gelesen haben

Laufbuddies auf 2 Beinen und 4 Pfoten

Ich habe 2014 durch Laufhund Fred mit dem Laufen begonnen. Ursprünglich wollten wir drei (Wilson, Fred und ich) Rettungshundearbeit machen. Das war aber menschlich zu anstrengend und deswegen haben wir eine andere Herausforderung gesucht – und gefunden. Fred ist der Pacemaker und gibt als Laufhund und begnadeter Jäger gerne mal Vollgas. Und damit das Laufen einen Sinn ergibt, melde ich mich Ende 2014 für den Weiltal-Landschafts-Marathon im April 2015 an. Um es nicht zu übertreiben und weil ich quasi Laufanfänger bin – erst mal für die 22km Distanz.
In diesem Jahr (2015) bekomme ich zu meinem 40ten Geburtstag vom damaligen Laufbuddy Olli das „Große Laufbuch“ von Herbert Steffny geschenkt. Trainingsplan für einen Marathon? Und weil Ziele auch nur Träume mit Termin sind, melde ich mich zum Frankfurt Marathon am 25.10.2015 an. Mit nur 9 Wochen Vorbereitung beende ich diesen ersten Marathon in unter 4 Stunden! Völlig irre. Das Lauffieber hat mich gepackt.

Eine Vision hat höhere Priorität, wie die untergeordneten Ziele

Doch für Motivation braucht es mehr als nur einzelne Ziele – es braucht eine Vision. Eine Vision ist den einzelnen Zielen übergeordnet. Ich beschließe für mich durch das Laufen für meine Lebensqualität dauerhaft fit zu bleiben und möchte mein Gewicht immer unter 80 Kilogramm halten – das ist MEINE Vision.
Ja schon klar. Der ehemalige Bundeskanzler hat mal gesagt, wer Visionen hat, solle zum Arzt gehen. Doch eine Lebensvision oder Philosophie kann hilfreich sein. Die meisten Beschwerden bei Menschen über 40/45 werden durch mangelhafte Bewegung ausgelöst (Diabetes, Bluthochdruck, Fettleibigkeit, vermutlich auch Verblödung…).

Okay Motivation sollte jetzt an dieser Stelle klar sein. Wenn Du noch Fragen dazu hast, schreib mir und ich werde gerne noch weiter darüber berichten.

Mythos Motivierung? Kann man andere motivieren?

Und Motivierung? Wie kann man sich und/oder andere motivieren?
Irgendwann ergibt es sich in meiner Laufbahn als Führungskräftetrainer, dass ich ein Team von 6 Führungskräften trainieren darf. Das Thema Führung soll zentraler Punkt eines 2-Tage-Trainings sein. Es geht an diesen zwei Tagen vor allem darum erst mal zu erkennen, wo gerade die Defizite sind und was die Führungskräfte daraus für sich mitnehmen können, was die letzten Jahre eher suboptimal lief. Daraus formulieren wir dann Ziele, wie sich alle zukünftig gegenseitig unterstützen können, um gemeinsam zu wachsen in ihrer Rolle als Führungskraft. Gleichzeitig gilt es auch das Selbstbild durch eine Fremdbild-Analyse gerade zu rücken. Denn leider sehen sich viele viel kleiner, als andere es von außen tun. Es ist immer wieder spannend, was da rauskommt.

„Motivieren Sie doch bitte mal die Leute hier.“

Abschluss der Tage ist abends ein gemeinsames Essen mit allen Führungskräften und der Geschäftsleitung. Der Geschäftsführer fragt mich gleich am ersten Abend, wie man denn eine solche Truppe jetzt motiviert. Und es ist diese Standardfrage, von der ich so viele schon habe berichten hören.
Wenn Du wirklich Dein Team (egal ob inneres oder äußeres Team) führen und/oder motivieren willst, dann musst Du hoch motiviert vorne aufgehen und viel Spielraum zur Entwicklung freimachen. Fertig.
Dazu habe ich mal mit Team-/Leadership-Tracker Kassia Ecker in einem Podcast Interview gesprochen. Mitarbeiter-Motivation zum einen als Mythos, aber auch als Lebenseinstellung, wie Fitness. Das musst Du täglich in Deinen Alltag integrieren, weil es ein stetiger Prozess ist, der am laufen gehalten werden will. Oder wie mein früherer Abteilungsleiter zu sagen pflegte:“Wir müssen das leben!“.

Als Team kommt ihr nur mit gemeinsamen Zielen voran!

Gleichzeitig braucht es auch das Motiv und gemeinsame Ziele. Gerade im Business-Kontext sollte man sich regelmäßig vor Augen halten, für was das Team angetreten ist. Und genau so auch für dich! Strukturiere und Organisiere Dein inneres Team. Formuliere klar, was Dein WARUM ist. Am Besten in Form eines Visionboards, das Du täglich vor Augen hast als Erinnerung für was Du jeden Morgen antrittst.
Wenn das Warum nicht feststeht, kannst Du dir das mit dem WIE nämlich völlig sparen. Wie will man losfahren, wenn man das Ziel nicht kennt; bzw. wo soll es hingehen. Da nutzt der beste fahrbare Untersatz nichts – egal ob Klimaautomatik und beheizbare Sitze. Du brauchst ein Ziel.
Sicher kann auch der Weg das Ziel sein, so wie es Bruce Lee einst formuliert hat, dass ein Ziel vielleicht gar nicht zum Erreichen ist, sondern erst einmal zum Zielen dient. Dieses Ziel kann man anvisieren. Für dieses Ziel ist man angetreten. Und auf dem Weg dahin kann auch wieder viel geschehen, dass das Ziel auf dem Weg neu definiert wird und man am Ende doch woanders rauskommt. Doch wäre grundlegend das erste Ziel nicht da, was willst Du im Navi eingeben? Und das gilt auch für Dein Lebensnavi? Wo soll die Reise hingehen?
Viele Menschen sind deshalb nicht erfolgreich, weil sie Erfolg niemals für sich definiert haben. Und hab im Hinterkopf: Erfolg ist niemals ein Ziel, sondern der Zustand, der sich einstellt, wenn Du das Ziel erreicht hast.

Zusammenfassung der Learnings

An dieser Stelle eine kurze Zusammenfassung und die Learnings aus meiner Sicht auf den Punkt gebracht:

  • Du oder ihr braucht ein WARUM
  • Es muss ein Ziel geben, dass es gilt anzusteuern
  • Auf dem Weg dahin kann sich viel ergeben, sei bereit dies anzunehmen
  • Ohne Warum ist das Wie völlig nutzlos
  • Und auch das Wie darf sein – Motivierung ist okay
  • Motivierung bedarf allerdings der Motivation – Die Summe der Beweggründe in die Handlung zu kommen

Gegenseitiges Unterstützen kann so hilfreich sein. Ziele definieren und Commitment mit anderen herstellen. Das schafft mehr Verbindlichkeit und als Beziehungswesen, was wir Menschen nun mal sind, ist es so viel leichter voranzukommen.

Angetreten für den Lahntallauf im Februar 2020. Es gibt ein Ziel, das Bestandteil der Vision ist. Und zahlreiche Menschen die auf diesem Weg mit unterwegs sind. Und dann die vielen Unterstützer, die am Wegesrand stehen und anfeuern. Das ist so hilfreich und gibt so viel Power, um voranzukommen und dranzubleiben. Motivierung funktioniert, wenn das Ziel klar ist.

Vom Macher zur Führungskraft, die ein Team braucht!

Als Macher, der vor Jahren zur Führungskraft wurde, stellte ich sehr schnell fest, dass Vieles alleine gar nicht möglich ist in dem Umfang, wie es für meinen Job zu leisten gilt. Daher wurde mir sehr schnell klar, dass ich andere ins Boot holen muss.

  • Ziele definieren
  • miteinander immer wieder in den Austausch kommen
  • sich gegenseitig anspornen
  • weiter entwickeln und
  • vor allem Dankbarkeit und Respekt zu zeigen, was schlussendlich die Wertschätzung ausmacht, muss immer wieder auf den Tagesplan gerufen werden.

Nur so kann dauerhaft ein gutes Team zusammenarbeiten – um nicht zu sagen „funktionieren“.

Auch an dieser Stelle bin ich noch nicht fertig. Denn die Überschrift beinhaltet noch die Willenskraft…

Mein letzter Ultra am 15.03.2020 mit Katrin und Claudia. Danach kamen sehr durchwachsene Zeiten auf mich zu, was das Läuferleben anbelangt.
Nach diesem Lauf bekam ich um das linke Knie plötzlich Schmerzen beim Laufen und konnte eine ganze Zeit lang nur „normal“ gehen. Laufen war ohne Schmerzen gar nicht möglich. Es stellte sich raus, dass wohl das ISG schief war und dadurch die gesamte Statik des Körper durcheinander. Ich hatte mich zu sehr auf das Laufen und weniger auf Stabitraining und Dehnen fokussiert. Wäre ich von vornherein bei Distanzen von 10-21km geblieben, wäre diese Dysbalance sicher gar nicht aufgefallen. Es erfolgten mehrere Untersuchungen, Behandlungen und ich holte mir verschiedene Meinungen, die über verschiedene Wege alle zu einer ähnlichen, wenn nicht der gleichen Meinung kamen.
Oder sagen wir es so: Es gab aus verschiedenen Perspektive mehrere Wegen an die Thematik dranzugehen, um die Symptomatik zu bearbeiten und nicht nur die Ursache zu bearbeiten.

Gibt einem Hungrigen einen Fisch und er wird satt.
Lehre ihm das Angeln und er muss nicht mehr hungern.

 

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